Erhebung zur kommunalen Wärmeplanung: Nienburg unter den ersten vier Prozent in Deutschland
18. Dezember 2025 | Im aktuellen Newsletter des Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) zum Stand der kommunalen Wärmeplanung ist zu lesen: „[…] vor allem bei den großen Kommunen [sehen wir] eine Entwicklung: Weitere vier Prozent haben ihre Wärmeplanung abgeschlossen. Insgesamt haben nach unseren Recherchen nun acht Prozent der Kommunen einen Wärmeplan verabschiedet. Weiterhin befinden sich 45 Prozent im Planungsprozess. Die nächste Welle veröffentlichter Wärmepläne erwarten wir Ende Juni 2026, wenn die Erstellungsfrist für große Kommunen endet.“
Zur Einordnung: Die Stadt Nienburg/Weser befindet sich mit der frühen und bereits dokumentierten und vom Stadtrat genehmigten Fertigstellung der kommunalen Wärmeplanung zum Ende dieses Jahres demnach unter den ersten vier Prozent in Niedersachsen.
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Wärmeplan für Nienburg ist einstimmig vom Stadtrat genehmigt
13. Dezember 2025 | Im Auftrag der Stadtverwaltung hat die Stadtwerke Nienburg/Weser GmbH gemeinsam mit ihrem Partner, der IngenieurNetzwerk Energie eG, von November 2024 bis November 2025 eine Vorlage für den Nienburger Wärmeplan erarbeitet. Dieser wurde anschließend dem Stadtentwicklungsausschuss zur eingehenden Prüfung und Beratung vorgelegt, der daraufhin eine Empfehlung an den Stadtrat ausgesprochen hat. Den endgültigen Beschluss der kommunalen Wärmeplanung für Nienburg hat der Rat als oberstes Entscheidungsorgan in einer Ratssitzung am 13. Dezember 2025 nun nochmals einstimmig genehmigt.
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Neugründung Nienburger Wärmegesellschaft

17. November 2025 | Die Stadtwerke Nienburg/Weser GmbH und die Avacon Natur GmbH haben im Oktober 2025 die Wärmegesellschaft „Weser.Wärme.Nienburg“ als Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Unternehmenszweck der Gesellschaft ist die Planung, der Bau und der Betrieb von Wärmeerzeugungsanlagen und Wärmenetzen in Nienburg/Weser. Die Stadtwerke Nienburg/Weser GmbH hält 51 Prozent der Anteile, die Avacon Natur GmbH 49 Prozent.
„Aus der Gesellschaft heraus werden wir verschiedene Gebiete in der Stadt prüfen und dafür mit Ingenieurbüros zusammenarbeiten“, erklärte Jan Albers anlässlich eines Pressetermins zur Vorstellung der „Weser.Wärme.Nienburg“. „Die kommunale Wärmeplanung ist gesetzlich vorgeschrieben und hilft Städten, ihre Wärmeversorgung gezielt umzustellen“, ergänzte Co-Geschäftsführer Oliver Kirsch. „Unser Ziel ist, ein tragfähiges und bezahlbares Geschäftsmodell für Nienburg zu entwickeln.“
Weitere Einzelheiten können einem Presseartikel entnommen werden, der am 13. November 2025 in DIE HARKE (Nienburger Zeitung) erschienen ist.
Foto (v.l.n.r.): Torsten Hausmann (Geschäftsführer Avacon Natur GmbH), Thomas Breer (Geschäftsführer Stadtwerke Nienburg/Weser GmbH und Nienburg Energie GmbH) sowie die zwei Geschäftsführer der neu gegründeten Wärmegesellschaft „Weser.Wärme.Nienburg“ Jan Albers und Oliver Kirsch
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Kommunale Wärmeplanung: Vorstellung der Ergebnisse bei der Stadt Nienburg
12. November 2025 | Diesen Donnerstag, 13. November 2025, werden die Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse, die entwickelten Zielszenarien sowie die Umsetzungsstrategie der kommunalen Wärmeplanung für Nienburg dem Stadtentwicklungsausschuss zwecks politischer Beratung und Beschluss vorgelegt.
Gemeinsam mit ihrem Partner, der IngenieurNetzwerk Energie eG, wird die Stadtwerke Nienburg/Weser GmbH folgendes vorläufiges Fazit präsentieren:
„Die kommunale Wärmeplanung in der Stadt Nienburg/Weser wurde im Zeitraum von November 2024 bis November 2025 erfolgreich durchgeführt. Die Analyse und Planung haben wichtige strategische Ergebnisse hervorgebracht, die sowohl potenzielle zentrale Lösungen wie die Wärmenetzgebiete Lehmwandlung, Altstadt und Nordertor als auch dezentrale Lösungen in den weiteren Ortsteilen der Stadt umfassen. Diese Ergebnisse zeigen, dass es zahlreiche Chancen gibt, die Wärmeversorgung in der Stadt wirtschaftlich und nachhaltig zu gestalten.
Gleichzeitig wurden auch Herausforderungen identifiziert, wie z. B. die Motivation der Akteure, die Akzeptanz in der Öffentlichkeit oder die Erschließung von Wärmequellen, die es zu bewältigen gilt. Entscheidend ist, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt aktiv werden und sich an der Gestaltung der zukünftigen Wärmeversorgung beteiligen. Die Bündelung lokaler Expertise kann dabei helfen, praxisnahe und tragfähige Lösungen zu entwickeln. Beratungsangebote und Fördermöglichkeiten unterstützen dabei, individuelle und gemeinschaftliche Potenziale bestmöglich zu nutzen.
Die Entwicklung einer wirtschaftlichen und sozial gerechten Wärmeversorgung ist eine gemeinsame Aufgabe, die alle Akteure in der Stadt Nienburg/Weser einbezieht.“
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KEAN ordnet Bürgermeinung zu Wärmewende ein
8. Oktober 2025 | Im aktuellen Newsletter der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) ist Folgendes zum Thema Wärmewende zu lesen: „Man könnte meinen, der Klimaschutz habe derzeit eine kleine Herbstdepression: Von Rückenwind für die Energiewende scheinbar keine Spur. Doch während es widersprüchliche Signale von der Bundespolitik gibt, ist die Bevölkerung weiter fest von der Notwendigkeit der Energiewende überzeugt – das zeigt das aktuelle Energiewendebarometer der KfW. So gaben 83 Prozent der deutschen Haushalte an, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien ‚wichtig‘ oder ‚sehr wichtig‘ sei – immerhin ein Prozentpunkt mehr als im vergangenen Jahr.“
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Kommunale Wärmeplanung: Infoveranstaltung für das Handwerk
7. Oktober 2025 | Auf Einladung der Kreishandwerkerschaft Niedersachsen-Mitte und der Stadtwerke Nienburg/Weser fanden sich diesen Dienstag mehrere Mitglieder der Elektro-Innung Nienburg und der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Nienburg im BD Campus in Liebenau ein. Auf einer 90-minütigen Infoveranstaltung stellten Kreishandwerksmeister Knut Brüggemann, unser Geschäftsführer Thomas Breer und unser Leiter Unternehmensentwicklung Oliver Kirsch den anwesenden Inhabern und Geschäftsführern die Chancen der kommunalen Wärmeplanung für das Handwerk vor.
Auf Details zum Wärmeangebot der Nienburg Energie und zu den erwarteten Veränderungen durch die Wärmewende am Beispiel der Stadt Nienburg folgte eine offene Diskussion mit den Obermeistern Detlef Andermann und Heiko Weiglein, die ausreichend Raum für Fragen und Austausch bot.
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Gesetzentwurf der Bundesregierung für den klimaneutralen Ausbau der Wärmeversorgung
1. Oktober 2025 | Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der Bundestagsdrucksache 21/1928 („Entwurf eines Gesetzes zur Beschleunigung des Ausbaus von Geothermieanlagen, Wärmepumpen und Wärmespeichern“) mit Bewertung aus Sicht der kommunalen Wärmeplanung (KWP) in Nienburg/Weser.
1. Kernaussagen des Gesetzentwurfs
Ziel: Beschleunigung von Planung, Genehmigung und Bau von:
- Geothermieanlagen (tiefe und oberflächennahe)
- Wärmepumpen (zentral/dezentral)
- Wärmespeichern
- Wärmeleitungen (Fern- und Nahwärme)
Wichtige Neuerungen:
- „Überragendes öffentliches Interesse“ für alle o. g. Anlagen bis 2045
→ Genehmigungen sollen Vorrang vor konkurrierenden Interessen haben.
- Verkürzte Verfahren:
– Tiefengeothermie: max. 1 Jahr
– Wärmepumpen < 50 MW: 3 Monate – Wärmespeicher/Wasserstoff: 2 Jahre
- Digitalisierte, vereinheitlichte Genehmigungen über „einheitliche Stelle“
→ bessere Planungskoordination
- Duldungspflichten für seismische Untersuchungen und Trassenarbeiten
- Erlaubnisfreiheit kleiner oberflächennaher Wärmepumpen (bis 4 m Tiefe)
- Gleichstellung von Wärmeleitungen mit Gas-/Wasserstoffleitungen
→ Planfeststellungsverfahren wird schneller.
- Verfahren auf Landes-/Kommunalebene werden vereinfacht
→ Kommunen sparen Aufwand (~ 3,3 Mio. €/Jahr deutschlandweit).
2. Bedeutung für die kommunale Wärmeplanung in Nienburg/Weser
a) Positive Auswirkungen
- Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung:
- Für geplante Wärmenetze in den Fokusgebieten Altstadt, Lehmwandlung und Nordertor wird der administrative Aufwand reduziert.
- Die BEW-Machbarkeitsstudien (Modul I & II) können leichter auf gesetzlich verkürzte Genehmigungsfristen aufsetzen.
- Geothermie wird privilegiert:
- Für Nordertor (große Industrieabwärme und potenzielle Geothermieflächen) ergibt sich ein klarer rechtlicher Vorteil: Bohrungen < 400 m Tiefe können künftig schneller angezeigt und genehmigt werden.
- Dies erleichtert eine mögliche Einbindung oberflächennaher oder tiefer Geothermie als Quelle für künftige Netze.
- Duldungspflicht & Trassenrecht:
- Altstadt und Lehmwandlung, wo dichter Gebäudebestand besteht, profitieren von schnelleren Verfahren beim Trassenbau – keine langwierigen Einzelzustimmungen von Eigentümern mehr nötig.
- Stärkung der Wärmenetze als strategisches Rückgrat:
- Das Gesetz erkennt Wärmeleitungen als gleichrangig mit Gasnetzen an.
→ rechtliche Grundlage für zügigen Netzausbau durch die Stadtwerke
- Förderpolitische Synergie mit BEW:
- Der Gesetzentwurf ergänzt die Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW).
→ mehr Rechtssicherheit und geringere Verfahrenskosten für die BEW-geförderten Projekte Nienburg-Altstadt und Lehmwandlung
b) Herausforderungen für Nienburg/Weser
- Verwaltungs- und Genehmigungskompetenz:
Stadtwerke und Stadtverwaltung müssen sich auf neue digitale Antrags- und Beteiligungsprozesse einstellen.
- Koordination mehrerer Quellen:
Integration von Abwärme, Weser-Wärme, Biomasse und Geothermie erfordert ein angepasstes Planungsmodell mit Blick auf Priorisierung der Wärmequellen.
- Kosten- und Kapazitätsrisiko:
Schnellere Genehmigungen bedeuten nicht automatisch schnellere Umsetzung.
→ Planungsbüros, Bohrfirmen und Komponentenlieferanten bleiben Engpassfaktoren.
- Kommunale Verantwortung:
Da Geothermie und Wärmespeicher jetzt „überragendes öffentliches Interesse“ genießen, muss die Stadt Nienburg Flächen und Nutzungsrechte frühzeitig sichern (Flächennutzungs- und Bebauungsplanung).
3. Schlussfolgerung für Nienburg/Weser
| Aspekt |
Wirkung auf die KWP Nienburg |
| Altstadt |
Genehmigungsbeschleunigung für Flusswärmepumpen und Abwärmenetze → Pilotnetz kann früher starten. |
| Lehmwandlung |
BEW-Studie profitiert von vereinfachten Trassen- und Bohrgenehmigungen (oberflächennahe Geothermie) – ist aber aktuell hier nicht geplant. |
| Nordertor |
Strategisches Industrie-/Abwärme- und Geothermiegebiet
→ Neues Gesetz schafft rechtliche Basis für integriertes Stadtwärmenetz. |
| Gesamtstadt |
Gesetz erleichtert kommunale Koordination, reduziert Verwaltungsaufwand, erhöht Planungssicherheit und Förderchancen. |
4. Fazit
Das Geothermie-Beschleunigungsgesetz (GeoBG) stärkt die kommunale Wärmeplanung erheblich.
Für Nienburg bedeutet es:
- Schnellere Umsetzung der drei prioritären Wärmenetze (Altstadt, Lehmwandlung, Nordertor)
- Rechtliche Absicherung von Geothermie- und Wärmepumpenprojekte
- Effizienzgewinn in Planung, Genehmigung und Fördermittelbewilligung
Empfehlung:
Die Stadtwerke sollten frühzeitig prüfen, welche Flächen für Geothermie, Wärmespeicher und Trassen unter die neuen Regelungen fallen, und die KWP-Umsetzungsplanung 2026 ff. an das neue Gesetz anpassen.
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Pressebericht „Die Harke“
6. August 2025 | Das Print- und Onlinemedium „Die Harke“ hat in einem Artikel die kommunale Wärmewende in Nienburg/Weser aufgegriffen. Der Pressebericht fasst die Ergebnisse der abgeschlossenen Bestands- und Potenzialanalyse zusammen.
Pressebericht (PDF)
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Bestands- und Potenzialanalyse ist abgeschlossen
16. Juni 2025 | Im Auftrag der Stadt Nienburg/Weser und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben hat die Stadtwerke Nienburg/Weser GmbH eine Bestands- und Potenzialanalyse für die kommunale Wärmeplanung erstellt, deren Ergebnisse nun vorliegen. Ziel der ausführlichen Datenerhebung ist es, die Wärmeversorgung der Stadt schrittweise klimaneutral zu gestalten.
Zentrale Erkenntnisse der Analyse:
- 94 % aller Heizsysteme in Nienburg/Weser basieren derzeit auf fossilen Energieträgern.
- 70 % der Gebäude sind unsaniert und bieten somit große Potenziale zur Reduktion des Wärmebedarfs.
- Der Endenergiebedarf für die Wärmeversorgung in Nienburg/Weser beträgt 441 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr.
- Es liegt ein theoretisches, großes Potenzial im Bereich Solarthermie (Freifläche) und Wesernutzung vor.
- Auch oberflächennahe Geothermie, Abwärme und Biomasse bieten Potenziale zur künftigen Wärmeversorgung der Stadt Nienburg/Weser.
Wie geht es nun weiter?
Im nächsten Schritt der kommunalen Wärmeplanung wird ein Zielszenario für die klimaneutrale Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045 entwickelt.
Bei Fragen zur kommunalen Wärmeplanung wenden Sie sich bitte an Oliver Kirsch, Leiter Unternehmensentwicklung Stadtwerke Nienburg/Weser GmbH.
Bestands- und Potenzialanalyse (PDF)
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Start der Datenerhebung
30. Januar 2025 | Wir haben mit der Erhebung von Daten beim Netzbetreiber, bei Schornsteinfegern sowie bei Industrie und Gewerbekunden begonnen.